Futter

Es ist eine Kindheitserinnerung. Opa hat seine Schweine mit Kartoffeln, Futterrüben und ein bisschen Gerstenschrot zum drüberstreuen, gefüttert. Und die gekochten Kartoffeln mit den geschnetzelten Futterrüben haben mich nicht nur einmal dazu verleitet selbst vom Futter zu kosten. (War dann aber trotzdem nicht so gut, wie es gerochen hat. Zuwenig Salz). Aber das Fleisch von den Schweinen war einfach so gut, dass wir uns immer darauf gefreut haben, wenn es Fleisch gegeben hat. Als Opa dann nicht mehr war und wir das Fleisch zukaufen mussten, das war ein Schock! Damals waren Fischmehl, Blutmehl, Knochenmehl das ultimative Eiweiß für die Schweinefütterung. Für mich als Kind hat dieses Fleisch richtig gestunken. Irgendwann war dann die BSE-Krise, hervorgerufen durch die dann auch erlaubte Verfütterung tierischen Eiweißes an Wiederkäuer und es setzte einige Jahre ein Umdenken ein. Die moderne Mast verlangt Muskelaufbau/Fleisch des Schweines in Rekordzeit. Dieser ist nur zu erreichen, wenn, wie beim Bodybuilder, Eiweiss in großen Mengen aufgenommen wird. Im Moment wird der größte Anteil an verfütterten Eiweiß über importiertes, zu praktisch hundert Prozent genverändertes Soja abgedeckt. Der Preisdruck ist enorm! Die Rentabilität nur noch durch noch mehr noch schneller noch billiger zu erreichen. Das wollen wir nicht. Es ist uns egal wie lange unser Schwein braucht um sein Schlachtgewicht zu erreichen. Das soll sich Zeit lassen soviel es braucht. Und es soll das Futter bekommen, das es sich rauspulen würde, wenn man es in einen Gemüsegarten „aussetzen“ würde. Und deshalb bekommen unsere Schweinchen Kartoffeln und rote Rüben, Salat, Gurken, Kohl, Kraut, Tomaten, Kohlrabi, Zuchini, Kürbisse, Spinat und alles mögliche mehr, so wie es halt gerade verfügbar ist. Und Brot und Gebäck.